FAQ

Wie stehen wir zum Extremismus?

Uns ist bewusst, dass es auf jeder Veranstaltung Provokateure geben könnte. Wir haben eine klare Hausordnung. Alle Provokateure und Extremisten werden des Veranstaltungsortes sofort verwiesen, weil das Campgelände nicht für sie reserviert wurde. Das Camp haben wir für eine liberale Agenda angemeldet, die wir vertreten.

Warum sind wir „für“ und nicht „gegen“ Russland?

Schon aus dem Namen geht hervor, dass sich das Camp gegen Putin und nicht gegen Russland richtet. Diesen Namen als „antirussisch“ missverstehen kann man nur, wenn man davon ausgeht, dass „Putin“ dasselbe ist wie „Russland“. Zum Glück ist dies jedoch nicht der Fall. Wir sind für ein starkes Russland, wo auf Menschenrechte nicht gespuckt wird.

Wie verwenden wir das Wort „Terror“?

Unter Terror verstehen wir konkrete Handlungen: das langsame Töten von Alexej Nawalny, den seit sieben Jahren geführten Krieg in der Ostukraine, die Annexion der Krim, Inhaftierungen und Festnahmen von friedlichen Demonstranten und Aktivisten und Folterungen politischer Gefangener. Wer im Volksmund nicht als Terrorist und Mörder wahrgenommen werden will, sollte aufhören, sich so zu verhalten.

Warum kann man uns vertrauen?

Am Camp beteiligen sich beste Expert*innen: Menschenrechtsaktivist*innen, Professor*innen europäischer Hochschulen, Forscher*innen, Musiker*innen, Künstler*innen. Das Camp ist für einen Dialog gedacht.

Warum dürfen wir überhaupt Forderungen aufstellen?

Wir sind die russischsprachige Diaspora der EU. Wir leben in der EU und haben daher das Recht, zur Außenpolitik der EU gegenüber Russland sowie zur Menschenrechtssituation in Russland Stellung zu nehmen und uns daran aktiv zu beteiligen.

Handelt es sich um ein „Ukrainer“-Camp?

Sowohl in der Diaspora selbst als auch unter den Organisatoren und Gästen des Camps gibt es Russen, Belarussen, Ukrainer u.a. Es wäre naiv zu glauben, dass nur Ukrainer von Putin „die Schnauze voll haben“.

Stört es uns nicht, dass der Abschlusstag auf den 9. Mai fällt?

9. Mai ist in Russland ein wichtiger Gedenktag. An diesem Tag wollen wir aber keine Propagandaparade. Für uns ist es ein Tag des Andenkens und der Trauer. Deshalb laden wir alle Camp-Gäste an diesem Tag zu einem ökumenischen Gottesdienst ein und werden mit Menschenrechtsaktivist*innen und Professor*innen über das Andenken und die Vergangenheitsbewältigung sprechen. Und auch darüber, wie man das historische Gedächtnis vor Propaganda schützen kann.

Das Camp liegt außerdem nur wenige Meter vom Sowjetischen Ehrenmal in Tiergarten entfernt. Für Camp-Teilnehmer wird es deshalb eine Ehre sein, am 9. Mai dort Blumen niederzulegen und der gefallenen sowjetischen Soldaten – ja der eigenen Großeltern – mit einer Schweigeminute zu gedenken.

Wer finanziert uns?

Die Initiative für das Camp erfolgte spontan und kommt direkt aus der Seele der russischsprachigen Diaspora. Wir organisieren und finanzieren uns selbst. Alle Berichte über Spenden und Ausgaben werden regelmäßig veröffentlicht. Die Finanzierung erfolgt entsprechend den Anforderungen des Finanzamts. Dies ist unsere beste Garantie für Transparenz.

Haben wir an Corona-Sicherheitsvorkehrungen gedacht?

Bei der Anmeldung des Camps wurden alle Anti-Covid-Sicherheitsmaßnahmen durchdacht und mit den Behörden abgeklärt. Campgäste, die ohne eigenen Mundschutz zu uns kommen, erhalten eine „Anti-Putin“-Souvenirmaske.

Ist das Demokratie-Camp unsere Erfindung?

Überhaupt nicht. Parallel zu unserem Camp veranstaltet die brasilianische Diaspora ein Camp, um auf die Gefahren des Bolsonaro-Regimes für die Welt aufmerksam zu machen, die chinesische Diaspora campiert für Menschenrechte in China. Außerdem finden Dutzende von Demonstrationen zur deutschen Innenpolitik statt (Versammlungen in Berlin). Wer glaubt, dass Menschen aufgrund des Coronavirus zum Schweigen verpflichtet seien, versteht nicht die Bedeutung von Versammlungsfreiheit und Redefreiheit.

Dennoch halten wir uns selbstverständlich an alle behördlichen Vorschriften und Auflagen. Wir sind wohlwollend und kooperativ und sind für eine Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden bereit.

Habt keine Bedenken und kommt zu uns ins Camp!